„Ich sag´s“ - Eine Kampagne der Bremer Bäder

Durchs Wasser toben, die Rutschen hinabdüsen und ein große Portion Pommes verdrücken – ein Schwimmbadbesuch bedeutet immer eine Menge Spaß. Unser Ziel ist es, dass diese Freude jedem einzelnen Badegast erhalten bleibt. Wir schützen Sie daher nicht nur vor Badeunfällen, sondern achten auch darauf, dass Ihnen niemand zu nahe kommt.

Sexuelle Belästigung hat bei uns keinen Platz!

Die Medien berichten regelmäßig von sexuellen Übergriffen an öffentlichen Orten. Unsere Schwimmbäder sollen keine Gefahrenorte sein. Der wichtige erste Schritt, Vorfälle zu vermeiden, ist es, sich diesem Thema zu stellen und nicht die Augen zu verschließen. Wir haben intern Präventionsmaßnahmen ergriffen, und unser Personal ist entsprechend geschult.

Mit der aktuellen Kampagne „Ich sag´s!“ möchten wir Kindern, aber auch Erwachsenen Mut machen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bädern anzusprechen, wenn sie sich bedrängt fühlen oder eine ungewöhnliche Situation beobachten.  Denn auch wir schaffen es nicht, unsere Augen überall zu haben oder Situationen immer richtig einzuschätzen. Doch gemeinsam mit aufmerksamen Badegästen und gesprächsbereiten Kindern können wir dafür sorgen, dass Täter in den Bremer Bädern keine Chance haben. Glotzen und grapschen? Nicht bei uns!

Wo beginnt sexuelle Belästigung?

Für uns beginnt sexuelle Belästigung nicht erst, wenn jemand einen anderen Menschen gegen seinen Willen anfasst. Auch die folgenden Verhaltensweisen sind für uns inakzeptabel und werden verfolgt:

  • lockendes Ansprechen von Kindern und Jugendlichen
  • anzügliche Bemerkungen
  • geheimes Beobachten nackter Menschen (Spannern)
  • Exhibitionismus
  • Herunterreißen von Badekleidung und Handtüchern
  • Filmen und Fotografieren von Badegästen beim Schwimmen, Sonnen oder Umziehen

Grundsätzlich gilt bei uns: Sexuelle Belästigung ist jedes sexuell belegte Verhalten, das von den Betroffenen nicht erwünscht ist! Hinweise darauf nehmen wir ernst.

Wie Sie Ihr Kind schützen können

  • Täter suchen in der Regel nach schüchternen Kindern und Jugendlichen. Fördern Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes daher so früh und so umfangreich wie möglich.
  • Nehmen Sie Ihr Kind immer ernst. Auf diese Weise entsteht das Vertrauen, Ihnen alles zu erzählen.
  • Altersgemäße Sexualaufklärung ermöglicht, dass ein Kind falsches Verhalten überhaupt erkennt.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit eine Badeaufsicht, eine Kassenkraft oder einen anderen Badegast ansprechen kann, wenn es sich unwohl fühlt. Mit Petzen hat das nichts zu tun!

Wie Sie mit einem betroffenen Kind richtig umgehen

  • Wenn Ihnen ein Kind von einem sexuellen Übergriff berichtet, sollten Sie auf folgende Weise reagieren:
    - das Berichtete ernstnehmen
    - das Kind dafür loben, dass es Sie anspricht
    - Hilfe in Aussicht stellen
    - das Kind nach den genauen Geschehnissen befragen ohne zu bohren
    - nach Möglichkeit den Täter ermitteln
    - das Kind nicht allein lassen
    - kompetente Hilfe in Anspruch nehmen (vgl. Anlaufstellen)

Anlaufstellen:

Kompetente Auskünfte rund um das Thema „Sexuelle Gewalt“ sowie Hilfe für Betroffene erhalten Sie bei:

Schattenriss e.V.
Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen
Tel. 0421-617 18 8
www.schattenriss.de

www.schattenriss-onlineberatung.de

Fachstelle für Gewaltprävention Bremen
Tel. 0421-794 25 67
www.fgp-bremen.de

Bremer JungenBüro e.V.
Beratung für Jungen, die Gewalt erleben
Tel. 0421-598 651 60
www.bremer-jungenbuero.de

Kinderschutz-Zentrum Bremen
Beratung und Krisenintervention für Kinder, Jugendliche und Eltern
Tel. 0421-240 112 20
www.dksb-bremen.de

Die Polizei Bremen
Tel. 110 und 112
Fachbereich „Sexualdelikte“: 0421-3623832 (7.30 bis 16 Uhr)